Okavango-Delta in Botswana
- Weltnaturerbe Okavango-Delta in Botswana
- Seit 2014 UNESCO-Welterbe
- Erstes Welterbe in Botswana
- Kategorie: Naturerbe
- Welterbestatus für Artenvielfalt
- Außergewöhnliches Binnendelta-System
- Wichtiger Lebensraum bedrohter Arten
1. Einleitende Übersicht zum Okavango-Delta im Norden Botswanas
Das Okavango-Delta im Norden Botswanas gehört zu den beeindruckendsten und zugleich tierreichsten Naturräumen der Welt. Ganzjährig herrschen dort tropische Temperaturen mit einer ausgeprägten Regen- und Trockenzeit. Doch nicht allein der Artenreichtum macht den Reiz des Okavango-Deltas aus, sondern ebenso die hohe Dichte an Wildtieren. Es handelt sich bei dem UNESCO Welterbe Botswana um das größte Binnendelta der Erde und dieses erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 20 000 Quadratkilometer. Bevor der Okavango-Fluss in der Halbwüste Kalahari versickert, bildet er ein weitverzweigtes Binnendelta oder vielmehr einen Schwemmkegel mit unzähligen Flussarmen, Seen und Inseln. Tatsächlich befindet sich diese amphibische Landschaft in ständigem Wandel. Sämtliche Wasserläufe ändern stetig ihren Lauf.
Eigentlich besteht das Okavango-Delta aus sechs Bereichen, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Während die inneren Gebiete ständig unter Wasser stehen, fallen die äußeren Bereiche zeitweilig trocken. Der Ursprung des Okavango liegt im Hochland von Angola. Für das Okavango-Delta stellt die Kalahari eine natürliche Begrenzung dar. Safaris in diesem tierreichen Ökosystem sind ein Erlebnis der ganz besonderen Art.
2. Warum ist das Okavango-Delta als Welterbe einzigartig
Das Okavango-Binnendelta gehört seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. Nicht nur wasserliebende Tierarten wie Flusspferde und Nilkrokodile finden hier ideale Lebensbedingungen, sondern auch sumpflebende Spezies wie Wasserbock und Sumpfantilope. Genauso lockt das Okavango-Delta Savannentiere wie Afrikanische Elefanten, Kaffernbüffel oder Streifengnus aus der näheren Umgebung an. Die UNESCO begründete die Aufnahme in die Liste des Weltnaturerbes damit, dass es sich um ein einzigartiges Ökosystem mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt handele. Man zählt über 440 Vogelarten und mehr als 70 verschiedene Fischarten. Hinzu kommt eine große Vielfalt an Amphibien und Reptilien. Über 1300 Pflanzenarten machen das Delta auch botanisch zu einem Paradies. Zugleich biete das Binnendelta einen wichtigen Lebensraum für viele bedrohte Arten, wie die UNESCO gleichfalls konstatierte. Weiterhin ist es eines der großen Flussdeltas, die sich nicht ins Meer oder einen See ergießen. Der höchste Wasserstand wird dabei am einen Ende des Deltas direkt gegen Ende der Regenzeit erreicht, während es am anderen Ende erst vier Monate später in der Trockenzeit dazu kommt. Dafür verantwortlich ist die spezielle Lage des Binnendeltas mit extrem geringen Höhenunterschieden und extrem vielen verzweigten Flüssen und Kanälen. Durch die zeitverzögerte Überflutung des riesigen Schwemmkegels konnte sich erst ein so überbordender Artenreichtum im Delta entwickeln. Das Wasser hat in weiten Bereichen des Deltas sogar Trinkwasserqualität. Die Inseln im Zentrum des Okavango-Deltas weisen demgegenüber zumeist sehr salzhaltige Böden auf. Bewohnt wird das Gebiet lediglich von einer geringen Anzahl an indigenen Menschen, die immer noch als Jäger und Sammler leben und ihren Lebensunterhalt durch Jagd oder Fischfang bestreiten. Die Auswirkungen auf das einzigartige Ökosystem fielen dabei stets gering aus.
3. Was gibt es im Okavango-Delta zu sehen?
Viele Besucher unternehmen eine Bootstour auf einem traditionellen Mokoro, um vom Wasser aus diese einmalige amphibische Landschaft auf sich wirken zu lassen. Mit ein bisschen Glück lassen sich sogar die Big Five Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard vom Wasser aus erspähen. Im Herzen des Okavango-Deltas befindet sich das Moremi Game Reserve, mit einer Fläche von knapp 5000 Quadratkilometern ein wahres Paradies für Wildtiere. Die Vogelwelt im Delta präsentiert sich nicht weniger vielfältig. Daher gehören für viele Naturliebhaber Vogelbeobachtungen fest zu einem Aufenthalt dazu. Safaris finden zu Wasser, zu Land und als Flug aus der Vogelperspektive statt. Bei Bush Walks begeben sich die Gäste gemeinsam mit einem erfahrenen lokalen Guide zu Fuß durch das Delta und erleben auf diese Weise die Natur hautnah. Im Grunde dreht sich im Okavango-Delta alles um Wildtierbeobachtungen. Die meisten Touristen entscheiden sich für eine Safari im Geländewagen. Für die Organisation zeichnen häufig die Unterkünfte in Kooperation mit den Guidos verantwortlich. Ein Großteil der Unterkünfte im Okavango-Gebiet sind mehr oder weniger luxuriöse Camps und Lodges. Teilweise erfolgt die Unterbringung auch in Baumhäusern, schwimmenden Hütten oder in robusten Zelten. In der Trockenzeit von Juni bis Oktober herrschen ideale Bedingungen für unvergessliche Wildtierbeobachtungen. Im Interesse der meisten Safaritouristen stehen die großen Säugetiere wie Afrikanische Elefanten, Büffel, Giraffen, Löwen, Leoparden, Hyänen und Flusspferde. Ferner zählen Nilkrokodile zu den Publikumslieblingen. Ausgangspunkt für viele Safaris und Wildtierbeobachtungen bildet die Stadt Maun am Rande des riesigen Binnendeltas. Viele Reisende kombinieren einen Aufenthalt im Okavango-Delta mit einer Safari durch den Chobe-Nationalpark mit der weltweit höchsten Elefantenpopulation, riesigen Büffelherden und vielen weiteren Vertretern der afrikanischen Fauna.